Das Marler Rathaus - eine „Neverending Story“

13. 03. 2019

Deutliche Aufwandsreduzierung bei Rathaussanierung abgelehnt.

Das Marler Rathaus, 1967 fertiggestellt als ein besonderes Bauwerk der Moderne, musste bereits 1984/85 – nach rund 2 Jahrzehnten - erstmals statisch verstärkt werden. Nach etwas mehr als weiteren 20 Jahren wurde erneut Handlungsbedarf sichtbar.

 

Seit 2009 diskutiert der Rat der Stadt Marl über eine Renovierung des Rathauses zur Beseitigung der Mängel und der Wiederherstellung vernünftiger Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter im Rathaus.Nach Jahren floss auch die Variante eines Neubaus in die Diskussionen ein.

 

Wegen der Unterstellung des Rathauses unter Denkmalschutz im September 2015 verblieb nur eine Sanierung, die dann im Oktober 2015 vom Rat beschlossen wurde. Basis war eine Kostengröße von 39 Mio. €.

 

Die notwendigen Investitionen stiegen über die Jahre kontinuierlich und wegen der immer erwähnten Zuschüsse, deren mögliche Höhe nicht den ursprünglich geweckten Erwartungen entsprach, wurde das Projekt um ein „Soziales Rathaus" und die damit verbundene Verlegung des Skulpturenmuseums erweitert.

 

Da wir als bum/FDP-Fraktion die jeweiligen Aussagen der Verwaltung als nicht ganz realitätsnah betrachteten, haben wir kontinuierlich diese Zahlen hinterfragt.

 

Ein schriftlicher Antrag im September 2018 brachte dann mehr Klarheit:

Wir waren - gegenüber dem ersten Ratsbeschluss zur Restaurierung von 39 Mio. € - bei einer Investitionssumme von rd. 70 Mio. € und zusätzlichen ca. 20 Mio. € für das neue Museum/Kulturzentrum gelandet, die sich evtl. um 15 Mio. bis ? Mio. Förderung reduzieren könnten.

 

Um diese Kostenexplosion zu begrenzen, hat die bum/FDP–Fraktion unmittelbar einen Antrag zur Reduzierung der Kosten gestellt. Hierbei haben wir berücksichtigt, dass sich angesichts des bestehenden Denkmalschutzes, eine Renovierung nicht vermeiden lässt.

 

Wir haben daher eine deutliche Reduzierung der Kosten u. a. durch Verzicht auf den Umbau des Untergeschosses zum sozialen Tagungsraum vorgeschlagen. Damit würde gleichzeitig die Einzigartigkeit des Glaskastens durch Verbleib im Rathaus gerettet. Mit einem Verzicht auf Marschall 66  würde dann die zusätzliche Verschuldung um mehr als 23 Mio.€ reduziert.

 

Dieser Antrag wurde zwar von der Mehrheit des Rates abgelehnt, aber ohne unsere ständigen Nachfragen hätten wir vermutlich nicht die inzwischen bestehende Transparenz bei diesem Projekt.

 

Damit wurde die Chance vertan, die Investitionen um 23,8 Mio. € und damit die jährlichen Folgekosten um 1,1 Mio.€ pro Jahr (über die Laufzeit des hierfür erforderlichen Kredites ca. 32 Mio. €) zu senken.